Wasserqualität
Als Wärmeträgermedium findet in Wärmeerzeugungs- und Wärmeverteilungssystemen häufig Wasser Verwendung. Dieses besitzt mit 4,19 kJ/kgK eine hohe spezifische Wärmekapazität. Weiterhin zeichnet es sich durch eine hohe Verfügbarkeit sowie Umweltverträglichkeit und geringe Reaktionsfreudigkeit aus. In der Natur vorkommendes Wasser ist allerdings regional von unterschiedlicher Qualität geprägt. Im Wasser sind häufig Metalle oder Salze, aber auch Gase gelöst. Diese können im Heißwassersystem Probleme und Schäden verursachen, weshalb das Wasser einer Wasseraufbereitung unterzogen werden muss. Die geforderte Qualität des Wassers ist abhängig von der Wärmeerzeugerleistung, der maximalen Systemtemperatur sowie der verwendeten Materialien im System.
Geforderte Wasserqualität
Die Werte für die Wasserqualität in Heißwasser- und Heizkesselanlagen sind in der VDI 2035 und dem AGFW Arbeitsblatt FW 510 (bzw. TECH 1466 vom VdTÜV) vorgeschrieben. Eine Übersicht zu den jeweiligen Werten verschafft die Tabelle „Übersicht Wasserqualität“. Die VDI besitzt weiterhin eine zusätzliche Klassifizierung, eingeteilt nach Anlagenvolumen pro Kilowatt Heizleistung. Diese soll hier jedoch nicht betrachtet werden, weil bei Anlagen im Leistungsbereich >1 000 kW die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Werte geltend sind.
| VDI 2035 | AGFW FW 510/TECH 1466 (VdTÜV) | ||||
| Einsatzbereich | Heizwassersysteme | Heiz- und Heißwassersysteme | |||
| Temperaturbereich | Bis 100 °C | Ab 100 °C | |||
| Elektrische Leitfähigkeit bei 25 °C | Salzarm: | Salzhaltig: | Salzarm: | Salzhaltig: | |
| 10 bis 100 | 100 bis 1.500 | 10 bis 30 | 30 bis 100 | 100 bis 1.500 | |
| Aussehen | Klar, frei von sedimentierenden Stoffen | Klar, frei von suspendierten Stoffen | |||
| pH- Wert bei 25 °C | Ohne Aluminiumlegierungen | Mit Aluminiumlegierungen | 9,0 bis 10,0 | 9,0 bis 10,5 | 9,0 bis 10,5 |
| 8,2 bis 10,0 | 8,2 bis 9,0 | ||||
| Härte (Erdalkalien) [mmol/l] | < 0,05 | < 0,02 | |||
| Sauerstoff [mg/l] | So niedrig wie möglich | < 0,1 | < 0,05 | < 0,02 | |
Übersicht Wasserqualität (eigene Darstellung in Anlehnung an VDI 2035, 2021, S. 24 und TECH 1466, 2014, S. 11)
Über diese Tabelle hinaus können vom Hersteller höhere Anforderungen an die Wasserqualität gestellt werden, welche zwingend einzuhalten sind. Im Falle der Bosch Industriekessel GmbH gilt die Betriebsanleitung B004 als Vorgabe. Sie lehnt sich AGFW und EN 12953-10 an, auch für Temperaturbereiche kleiner 100 °C. Aufgrund der hohen Wasservolumina bei Bosch Heißwasser- und Heizkesselanlagen steht die hohe Lebensdauer im Vordergrund, welche nur mit höheren Anforderungen an die Wasserqualität vor allem hinsichtlich Härte und deren Ablagerungen sichergestellt werden kann. Es empfiehlt sich der Einsatz einer Entsalzungsanlage, welche jegliche Salze aus dem Wasser entfernt, um mit einem geringen Salzgehalt im Kreislaufwasser auch eine sehr geringe Korrosionsneigung im Kessel und Netz sicherzustellen. Darüber hinaus ist die ständige Überwachung der Wasserbeschaffenheit ein wichtiger Faktor für einen wirtschaftlichen und störungsfreien Betrieb der Kesselanlage. Eine kontinuierliche Überwachung der entsprechenden Parameter ermöglicht es, dynamisch auf Veränderungen des Kreislaufwassers zu reagieren und entsprechend den Wärmeerzeuger und die Wärmeverbraucher vor Beschädigung zu schützen.