Abgasrezirkulation

NOx Emissionen – Grundlagen

NOx und damit Stickstoffoxide sind Teil von umweltbeeinträchtigenden Emissionen und daher gesetzlich geregelt.


Chemischer Entstehungsprozess
Stickoxide oder Stickstoffoxide ist die Sammelbezeichnung für gasförmige Oxide des Stickstoffs (Stickstoffmonoxid NO und Stickstoffdioxid NO2). Wegen der vielen Oxidationsstufen des Stickstoffs entstehen etliche Stickstoff-Sauerstoff-Verbindungen. Diese werden mit NOx abgekürzt. Der chemische Entstehungsprozess wird in nachfolgender Abbildung dargestellt:

Chemischer Entstehungsprozess von NO<sub>x</sub>

Chemischer Entstehungsprozess von NOx

Die Einheit, in der NOx angegeben wird, ist mg/Nm3. Hier ist das Wissen um die definierte Bezugsgröße wichtig. Der Referenzwert bzw. die definierte Bezugsgröße für den angegebenen NOx-Wert in Milligramm pro Normkubikmeter beträgt in der Regel 3 % Sauerstoff.


Einflussfaktoren auf die NOx-Bildung
Die nachfolgenden Faktoren haben Einfluss auf die Bildung von NOx.

  • Brennstoff
    • Brennstofffeuchte
    • Stickstoffgehalt
    • Sauerstoffgehalt
  • Flammrohrgeometrie
    • Länge
    • Durchmesser
    • Ausführung (gewellt, glatt)
  • Verbrennungsprozess
    • Brennersystem
    • Luftmenge/Luftüberschuss
  • Temperatur
    • Flammenkerntemperatur
    • Verbrennungslufttemperatur
    • Kesselwassertemperatur
  • Zeit
    • Verweilzeit in der Verbrennungszone

Arten von NOx

Thermisches NOx
Mit der Bildung von thermischem NOx ist bei Verbrennungstemperaturen ab etwa 1.000 °C zu rechnen, wobei ab 1.400 °C eine starke Zunahme zu verzeichnen ist. Die Bildungsrate nimmt mit der Temperatur exponentiell zu. Die thermische NOx-Emissionsbildung erfolgt im heißesten Punkt der Flamme (Kern der Flamme). Die Bildung von thermischem NOx lässt sich mit dem Zeldovich-Mechanismus vorhersagen. Die Reaktionsraten sind bei niedrigen Temperaturen niedrig, steigen aber exponentiell an.

Brennstoff-NOx
Die Quelle dieser NOx-Art sind die im Brennstoff gebundenen Anteile an Stickstoff und damit brennstoffabhängig. Diese entstehen ab Temperaturen um etwa 800 °C vorwiegend in Flammenfronten der Feuerungsanlagen.

Promptes NOx
Statt der Umsetzung zu N2 kann die Reaktion der Brennstoffradikale (CHn) mit N2 wieder zur Bildung von NOx führen. Promptes NOx entsteht in sehr schnellen Bildungsreaktionen in vergleichbar geringen Mengen und ist im Vergleich zum thermischen NOx kaum temperaturabhängig.

Als zentrale Erkenntnis kann festgehalten werden: Je heißer die Flamme, desto höher der Anteil an NOx.

Regulatorik
Bezüglich NOx Vorgaben gibt es keine einheitliche globale Normierung. So können die Vorschriften auf Länder-, Regional- oder sogar Städteebene abweichen. Wichtig ist die Sicherstellung, dass die für den Aufstellort passende Gesetzgebung bzw. Normierung zugrunde gelegt wird.

NOx-Emissionen – Optimierungsansätze

Zusammenhang zwischen Luftüberschuss und NOx-Emissionen

Die Luftzahl stellt das Verbrennungsluftverhältnis dar. Konkret zeigt diese das Verhältnis von zur Verfügung stehender Luftmasse zur Luftmasse, die für eine vollständige Verbrennung mindestens erforderlich ist. Eine Luftzahl von λ = 1,2 bedeutet, dass 20 % mehr Luft bei der Verbrennung involviert ist, als zur vollständigen Verbrennung notwendig wäre. Das heißt, es liegt ein Luftüberschuss von 20 % vor. Dies impliziert den dahinter liegenden Zusammenhang. So wirkt sich ein steigender Luftüberschuss positiv auf die Nx-Emissionen aus. Gleichzeitig wirkt sich ein steigender Luftüberschuss allerdings negativ auf die Effizienz aus.

NO<sub>x</sub>-Emissionen in Abhängigkeit der Luftzahl λ

NOx-Emissionen in Abhängigkeit der Luftzahl λ


Zusammenhang zwischen Flammentemperatur und NOx-Emission

Die Abbildung "NOx-Emissionen in Abhängigkeit der Flammentemperatur" zeigt, dass sich mit steigender Flammentemperatur der Anteil der NOx Emissionen erhöht. Diese Erkenntnis ist für alternative Brennstoffe von Relevanz. Beispielsweise sind die Flammentemperaturen von Wasserstoff mit bis zu 2.000 °C deutlich höher als die von Erdgas.

Damit die gesetzten NOx-Emissionsvorgaben erreicht werden, gibt es unterschiedliche technische Realisierungsmöglichkeiten. Im Nachfolgenden werden die interne und externe Abgasrezirkulation sowie Oberflächenbrenner betrachtet.

NO<sub>x</sub>-Emissionen in Abhängigkeit der Flammentemperatur

NOx-Emissionen in Abhängigkeit der Flammentemperatur

Interne Abgasrezirkulation

Ziel der internen Abgasrezirkulation ist die Senkung von NOx-Emissionen. Erreicht wird dies durch die Kühlung der Flammenkerntemperatur, wodurch die Bildung von thermischem NOx verringert wird. Hierzu werden Abgase direkt aus dem Feuerraum wieder zurück zur Brennermischeinrichtung und in die Flamme geführt. In der heißen Reaktionszone beim Verbrennungsvorgang reduziert die interne Abgasrezirkulation die Sauerstoffdichte und das Sauerstoffangebot. Zudem wird die Strömungsgeschwindigkeit erhöht, was eine Verringerung der Verweilzeit in der heißen Verbrennungszone bewirkt. Die interne Abgasrezirkulation wirkt in Bezug auf die Einflussfaktoren prinzipiell wie externe Abgasrezirkulation, allerdings weniger effizient.

Externe Abgasrezirkulation

Auch die externe Abgasrezirkulation hat als Ziel die Senkung von NOx-Emissionen bei der Verbrennung. Sie funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die interne Abgasrezirkulation, ist dabei jedoch effizienter.

Externe Abgasrezirkulation aus der vorderen Wendekammer
Hier wird ein Teilstrom der Abgase aus dem Kessel nach dem ersten Rauchrohrzug entnommen und der Verbrennungsluft beigemischt. Der Abgasmassenstrom für die Abgasrezirkulation wird über eine Abgasregelarmatur bei der Inbetriebnahme eingestellt. Die Abgasrezirkulation ist für eine maximale Abgastemperatur von 550 °C ausgelegt. Die Abgasregelarmatur kann manuell oder motorisch ausgeführt werden.

Externe Abgasrezirkulation aus dem Abgassystem
Die Abgase, die zur Rezirkulation am Ende des Kessels entnommen werden, sollten sich über den gesamten Lastbereich des Kessels in einem Temperaturfenster von mindestens 95 °C (Verhinderung von Abgaskondensat in der Rezirkulationsleitung) und maximal 300 °C befinden. Abhängig von der Anlagenkonstellation müssen die Abgase entweder aus der Abgasleitung oder aus der Abgassammelkammer entnommen werden. Sofern die Abgastemperatur unter den Taupunkt in der Rezirkulationsleitung fallen sollte, muss auf korrosionsbeständiges Material geachtet werden. Zusätzlich ist generell eine Entwässerung in der Leitung sowie eine Isolierung vorzusehen. Die Abgasregelarmatur kann manuell oder motorisch ausgeführt werden.

Oberflächenbrenner

Ein Oberflächenbrenner basiert auf dem Prinzip der Vormischung von Brennstoff und Luft, um eine saubere und effiziente Verbrennung direkt an der Oberfläche eines porösen Materials zu ermöglichen.

Der Oberflächenbrenner verfügt über eine getrennte Gas- und Luftführung. Das Mikrogewebe aus einer Metalllegierung ermöglicht einen homogenen Flammenteppich und vermeidet eine einzelne große Flamme. Durch die kontrollierte Vormischung und die Oberflächenverbrennung entsteht eine geringere thermische Belastung, was zu weniger Stickoxiden (NOₓ) im Verbrennungsprozess führt.

Info zu Abgastemperatur bzw. Abgasverlust

Oberflächenbrenner (Bild: Weishaupt)

Oberflächenbrenner (Bild: Weishaupt)