Bauteile und Baugruppen
Neben dem Kesselkörper selbst ist auch der maximal zulässige Betriebsüberdruck und die maximal zulässige Temperatur aller direkt am Kessel angeschlossenen Bauteile und Baugruppen zu beachten. Dazu zählen insbesondere Armaturen, Sensoren, Rohrleitungen, Dichtungen und Apparate.
Druck-Temperaturkurve für Flansche nach EN 1092-1
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Heißwasserkessel- und Dampfkesselanlagen besteht in der Art der Druckerzeugung. Bei Heißwasserkesseln wird der Betriebsüberdruck nicht durch die Feuerungsanlage, sondern durch eine Druckhalteanlage auf das System aufgeprägt. Diese Druckhaltung erfüllt mehrere sicherheitsrelevante Aufgaben:
- Ausgleich von Druckschwankungen, bedingt durch Temperaturschwankungen oder Wasserverluste
- Sicherstellung eines Mindestdrucks im System, um die Bildung von Dampfblasen (Ausdampfung) zu vermeiden
Somit ist die zuverlässige Druckhaltung maßgeblich für einen störungsfreien und sicheren Betrieb.
Sicherheiten bei der Auslegung
Die Differenz zwischen dem ermittelten pmax,zul und dem maximal zulässigen Überdruck der nächsthöheren Kesseldruckstufe kann bereits als Auslegungssicherheit betrachtet werden. Sollte darüber hinaus noch zusätzliche Auslegungssicherheit für den Druckbereich benötigt werden, kann dies durch die Wahl einer entsprechend höheren Kesseldruckstufe erfolgen.