Regelung
Ein großes Einsparpotenzial besteht auch in der Optimierung und Anpassung der Regelung von Heißwasserkesselanlagen an den tatsächlichen Betrieb. Diese Optimierung ist immer sinnvoll, da sich der Auslegungszustand und die tatsächlichen Betriebsanforderungen von Kesselanlagen unterscheiden. Dies ist bereits bei Neuanlagen der Fall, da beim notwendigen Temperaturniveau oder den Heizflächen der Verbraucher Sicherheiten in der Auslegung vorhanden sind oder auch wenn z.B. zusätzliche Verbraucher nachträglich installiert wurden. Auch bei Bestandsanlagen, wenn sich durch Umbau und Erweiterung der Produktion der aktuelle Betrieb geändert hat, ist eine Anpassung der Regelung empfohlen.
Absenkung der Vorlauftemperatur
Bei der Konzeption und Auslegung einer Heißwasserkesselanlage wird eine Soll-Vorlauftemperatur basierend auf den benötigten Temperaturniveaus der einzelnen Wärmeverbraucher festgelegt. Allerdings erfolgt diese Auslegung häufig sehr konservativ und mit entsprechenden Sicherheiten, wodurch im tatsächlichen Betrieb auch eine etwas geringere Vorlauftemperatur ausreichen würde.
Zur energetischen Optimierung im Betrieb der Anlage und besonders bei Veränderungen an der Anlage ist es daher sinnvoll, die tatsächlich benötigte minimale Vorlauftemperatur zu ermitteln und an der Kesselsteuerung einzustellen. Durch die Absenkung der Vorlauftemperatur sinkt die Temperatur im Kessel und den angeschlossenen Rohrleitungen, wodurch Strahlungs- und Leitungsverluste reduziert werden.
In modernen, großen Heißwasser- und Heizungsnetzen werden nicht nur Außentemperatureinflüsse über die Heizkurve in der Steuerung berücksichtigt, sondern es wird in jedem Betriebszustand des Jahres die tatsächliche minimal notwendige Vorlauftemperatur aller angeschlossenen Verbraucher ermittelt und diese als Soll-Vorlauftemperatur für den Kessel vorgegeben.
Eine Absenkung der Vorlauftemperatur um ca. 5 °C hat zur Folge, dass die Wärmeverluste durch Leitung und Strahlung bereits um 3 % reduziert und damit eine Brennstoffeinsparung in der Größenordnung von etwa 0,1 % erreicht werden kann.
Neben den Wärmeverlusten verringert sich auch die Abgastemperatur leicht, wodurch der Jahresnutzungsgrad zusätzlich verbessert wird.
Auch außerhalb der Hauptbetriebszeiten einer Heißwasserkesselanlage (z.B. am Wochenende) wird nicht immer die maximale Vorlauftemperatur benötigt. In diesen Zeiten ist es häufig sinnvoll, die Vorlauftemperatur auf ein niedrigeres Niveau einzustellen.
Kesselfolgesteuerung
Sind mehrere Heißwasser- oder Heizkessel in einem Betrieb installiert, so kann über eine Kesselfolgesteuerung der jeweilige Betrieb der Einzelkessel optimiert werden.
Die Aufgabe einer Kesselfolgesteuerung ist es, nur so viele Kessel zu aktivieren, wie zum Abdecken des aktuellen Leistungsbedarfs erforderlich sind. Durch das automatische Zu- und Wegschalten der Folgekessel nach den Kriterien der Folgesteuerung wird diese Anpassung erreicht. Eine sparsame und schonende Betriebsweise der Kesselanlage wird gewährleistet. Mit der auf den tatsächlichen Leistungsbedarf angepassten Optimierung der Kesselfolge werden Vorlüftverluste reduziert, Kessel automatisch in den Warmhaltebetrieb übernommen, und es kann ein kesselwirkungsgradoptimierter Betrieb erreicht werden. Durch diese Anpassungen und die damit verringerten Wärmeverluste wird eine Verbesserung des Jahresnutzungsgrades erreicht.