Beispielhafte Aufteilung für die Planung von Kesselanlagen

Die Planung von Heiz- und Heißwasserkesselanlagen erfordert eine strukturierte Vorgehensweise, um sicherzustellen, dass alle technischen, energetischen und wirtschaftlichen Aspekte abgedeckt werden. In den vorangegangenen Abschnitten wurden die wesentlichen Planungsgrundlagen erläutert. Aufbauend darauf werden im Folgenden beispielhaft drei Varianten zur Abdeckung des Wärmebedarfs dargestellt.

Zwei Kessel mit je 50 % der Auslegungsleistung (gleiche Einheiten)

Jahresdauerlinie mit je 50 % der Auslegungsleistung

Jahresdauerlinie mit je 50 % der Auslegungsleistung

Für einen Zeitraum von 1.200 Betriebsstunden (14 % der Jahresstunden) [1] müssen beide Kessel parallel in Betrieb genommen werden, um die benötigte Last abdecken zu können. Mit dieser Variante können ~7.560 Betriebsstunden (86 %) der Jahreslast ausfallsicher, also redundant, abgedeckt werden. Je nach Regelverhältnis der Brenner/Kessel Kombination taktet [2] die Anlage bei einem Leistungsbedarf an der Verbraucherseite für ~1.000 Betriebsstunden (11 %) in Kleinstlast.

Drei Kessel für 100 % Ausfallsicherheit (gleiche Einheiten)

Jahresdauerlinie mit drei Kesseln gleicher Auslegungsleistung

Jahresdauerlinie mit drei Kesseln gleicher Auslegungsleistung

Hier werden 100 % der Jahreslast für einen Kessel redundant abgedeckt. Für einen Zeitraum von 1.200 Betriebsstunden (14 %) müssen zwei der Kessel [1] parallel in Betrieb genommen werden, um die benötigte Last abdecken zu können. Je nach Regelverhältnis der Brenner/Kessel Kombination taktet [2] die Anlage bei einem Leistungsbedarf an der Verbraucherseite für ~1.000 Betriebsstunden (11 %) in Kleinstlast. Ein dritter Kessel fungiert als Back-up Kessel, um die Wärmeversorgung jederzeit sicherstellen zu können.

Zwei Kessel ungleicher Auslegungsleistung

Jahresdauerlinie mit zwei Kesseln ungleicher Auslegungsleistung

Jahresdauerlinie mit zwei Kesseln ungleicher Auslegungsleistung

Die Aufteilung der beiden Kessel im Beispiel liegt bei 33 % der Gesamtlast für den kleineren Kessel und 67 % für den größeren Kessel. Bei dieser Variante wird mit der kleineren Leistung des Kessels die Sommerperiode [1] für ~6.350 Betriebsstunden (72 %) weitgehend ohne Brennertakten abgedeckt. Für den Ausfall von Kessel 1 ist eine Ausfallsicherheit von 8.000 Betriebsstunden (91 %) gegeben. Für den Ausfall von Kessel 2 ist eine Ausfallsicherheit von 6.350 Betriebsstunden (72 %) gegeben.